St. Gallen (Transkription Nr. 453)

Schulort St. Gallen
Konfession des Orts: Gemischt konfessionell
Signatur der Quelle: BAR B0 1000/1483, Nr. 1458, fol. 239
Standort: Bundesarchiv Bern
Kanton 1799: Säntis
Distrikt 1799: St. Gallen
Agentschaft 1799: St. Gallen
Kirchgemeinde 1799: St. Gallen
Ort/Herrschaft 1750: St. Gallen
Kanton 2015: St. Gallen
Gemeinde 2015: St. Gallen
In dieser Quelle wird folgende Schule erwähnt:
  • St. Gallen, 8. Klasse (Vermengte Schule/höhere Schule, reformiert)
I. Lokal-Verhältnisse.
I.1Name des Ortes, wo die Schule ist.

Stadt St Gallen.

I.1.aIst es ein Stadt, Flecken, Dorf, Weiler, Hof?
I.1.bIst es eine eigene Gemeinde? Oder zu welcher Gemeinde gehört er?

Gemeine St Gallen.

I.1.cZu welcher Kirchgemeinde (Agentschaft)?
I.1.dIn welchem Distrikt?

District. St Gallen.

I.1.eIn welchen Kanton gehörig?

Canton. Saentis.

I.2Entfernung der zum Schulbezirk gehörigen Häuser. In Viertelstunden.
I.3Namen der zum Schulbezirk gehörigen Dörfer, Weiler, Höfe.
I.3.aZu jedem wird die Entfernung vom Schulorte, und
I.3.bdie Zahl der Schulkinder, die daher kommen, gesetzt.

Welche Claße? Die achte des Gymnasiums oder die lateinische.

I.4Entfernung der benachbarten Schulen auf eine Stunde im Umkreise.
I.4.aIhre Namen.
I.4.bDie Entfernung eines jeden.
II.10Sind die Kinder in Klassen geteilt?

Eintheilung in Claßen. Meine Schüler sind in 3 Claßen getheilt.

II. Unterricht.
II.5Was wird in der Schule gelehrt?

Was? 1 Religions Unterricht. 2 Anweisung in der lateinischen Sprache. 3. Wird in dieser Claße das repetiert was in den untern Claßen gelehrt wurde.

II.6Werden die Schulen nur im Winter gehalten? Wie lange?
II.7Schulbücher, welche sind eingeführt?

Bücher? Das hier eingeführte lateinische Lehrbuch. ein biblisches Spruchbuch. Jm lateinischen auch der Phaedrus und der Cornelius Nepos. Das deutsche Lesebuch, Heidelberg Catechismus un der Psalter.

II.8Vorschriften, wie wird es mit diesen gehalten?

Vorschriften lateinische und deutsche gestochene.

II.9Wie lange dauert täglich die Schule?

Schulzeit Alle Tage 5 Stunden den Sonnabend ausgenommen.

III. Personal-Verhältnisse.
III.11Schullehrer.
III.11.aWer hat bisher den Schulmeister bestellt? Auf welche Weise?

Collator (ehmals) der Schulrath.

III.11.bWie heißt er?

Namen Hecktor zollickofer.

III.11.cWo ist er her?

Geburtsort St Gallen.

III.11.dWie alt?

Alter 30. Jahre.

III.11.eHat er Familie? Wie viele Kinder?

Familien ich habe 3. Kinder, 2. Knaben und ein Mädchen

III.11.fWie lang ist er Schullehrer?

Am Gymnasio bin ich nun wirklicher Lehrer 5 Jahre lang.

III.11.gWo ist er vorher gewesen? Was hatte er vorher für einen Beruf?

Studien wie lang? wo? Verdienste wo vorher 6. Jahre lang studierte ich hier bey Bürger Prof. Zollickofer und bgl. Prof. Schobinger Nach dem ich Anno 1790. pro Ministerio examiniert wurde gieng ich nach Halle im Preußen und studierte dort 2 Jahre. Nachdem ich von der Universitet zurück kam, wurde ich 3 mal, ungefehr jedesmal 15 Wochen lang zum Vicarius in mehrern Claßen des Gymnasiums angestellt. Am Gymnasio bin ich nun wirklicher Lehrer 5 Jahre lang.

III.11.hHat er jetzt noch neben dem Lehramte andere Verrichtungen? Welche?

Nebenberuf. u. Verrichtungen. Jn den Nebenstunden gebe ich Privatlection im Schreiben; besonders aber gebe ich Unterricht in der deutschen Sprache, deren Regeln ich mir nicht nur im Auslande bekant machte sondern die ich auch itz noch mit gutem Erfolge studier.

III.12Schulkinder. Wie viele Kinder besuchen überhaupt die Schule?
III.12.aIm Winter. (Knaben/Mädchen)
III.12.bIm Sommer. (Knaben/Mädchen)
IV. Ökonomische Verhältnisse.
IV.13Schulfonds (Schulstiftung)
IV.13.aIst dergleichen vorhanden?
IV.13.bWie stark ist er?
IV.13.cWoher fließen seine Einkünfte?
IV.13.dIst er etwa mit dem Kirchen- oder Armengut vereinigt?
IV.14Schulgeld. Ist eines eingeführt? Welches?
IV.15Schulhaus.
IV.15.aDessen Zustand, neu oder baufällig?
IV.15.bOder ist nur eine Schulstube da? In welchem Gebäude?
IV.15.cOder erhält der Lehrer, in Ermangelung einer Schulstube Hauszins? Wie viel?
IV.15.dWer muß für die Schulwohnung sorgen, und selbige im baulichen Stande erhalten?
IV.16Einkommen des Schullehrers.
IV.16.AAn Geld, Getreide, Wein, Holz etc.

Einkünfte
a. an Geld 13 Monatgelder eins à 15 fl. 33. xr. Vier Quartal Verbeßerungsgelder eins à 25 fl.
Prediger Geld 22 fl. 12 fl. Holz geld. für jede St. Mangen Predigt bekomt man 1 fl. 6 xr.
Getreide 15 Viertel Mehl. 6 Viertel HaberGrütze.
Wein 16 Eimmer Wein
Holz 3 Stäffel, nach Abzug der Unkosten bleiben 6. Klafter Klötze ungefähr 2 Schuh in der Länge.
Wohnung Diese hat zwo Stuben und einige Kammern.

IV.16.BAus welchen Quellen? aus

b. Quellen a Schulcaße
b. Linsebühlamt.
c. Kirchengut.
c. Unterhalt der Wohnung und Schulstube Die Baumaterialien leitert das Gemeinde bauamt und den Taglohn bezahlt die Schulcaße.

IV.16.B.aabgeschaffenen Lehngefällen (Zehnten, Grundzinsen etc.)?
IV.16.B.bSchulgeldern?
IV.16.B.cStiftungen?

b. Quellen a Schulcaße
b. Linsebühlamt.
c. Kirchengut.
c. Unterhalt der Wohnung und Schulstube Die Baumaterialien leitert das Gemeinde bauamt und den Taglohn bezahlt die Schulcaße.

IV.16.B.dGemeindekassen?
IV.16.B.eKirchengütern?
IV.16.B.fZusammengelegten Geldern der Hausväter?
IV.16.B.gLiegenden Gründen?
IV.16.B.hFonds? Welchen? (Kapitalien)
Bemerkungen
Schlussbemerkungen des Schreibers
Fliesstextantworten
Lokal

b. Als Religionsdiener.
a. b. c. d wie oben.
Kirche? Linsebühl, S. Laurentii, S. Magni.

Oekonomie

Bemerkung ich muß auch alle 4 Wochen am Sontag Abends eine paraphrasische Bibel übung halten, und das Gehalt für diese Predigten im ganzen Jahr beläuft sich auf 13 fl. 45. xr.
Das ganze Einkommen welches hier beschrieben ist, ist für beyde Posten die ich bekleide zusammen gerechnet.

Unterricht

a. Predigten Jch predige alle 9 Wochen Morgens im Linsebühl. Jn St. Magni Kirche predige ich alle 12 Wochen Sontag Abends. Jn St Laurenzii Kirche predige ich alle 9 Wochen im Winter am Diensttage. und im Sommer alle 9 Wochen am Sontage morgens um 5 Uhr
b. Kinderlehren — Halte ich alle 14 Tage am Sontag von 12-1. im Linsebühl und alle 9 Wochen am Donerstage in der Schulkirche.
c. Quartierlehr — Jch habe itz die Mädchen aus einem Quartier vor der Stadt, denen ich alle Wochen ein mal Religions Unterricht ertheilen muß.
d. Krankenhäuser besuche ich alle 9 Wochen 2. nur wo sich Kranke Bürger und Bürgerinen aufhalten ein anders wo fremde Kranke sind.

Unterschrift

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